Lena SchmidtVIEW PROFILE →
Impfschutz fuer den Herbst 2026: was die STIKO jetzt bei Grippe, Corona und RSV empfiehlt
Der Spaetsommer ist die beste Zeit, um an den Impfschutz fuer die kalte Jahreszeit zu denken. Ich fasse verstaendlich zusammen, was die STIKO fuer den Herbst 2026 bei Grippe, Corona und RSV empfiehlt und was sich dabei neu ergeben hat.
Als Gesundheitsredakteurin merke ich jedes Jahr am gleichen Punkt, dass der Sommer sich dem Ende neigt: Die Frage nach den Herbstimpfungen taucht wieder auf. Und auch wenn es bei sommerlichen Temperaturen paradox klingt, ist genau jetzt, im Spaetsommer, der ideale Zeitpunkt, um sich mit dem eigenen Impfschutz fuer die kalte Jahreszeit zu beschaeftigen.
Der Grund dafuer ist einfach: Der Koerper braucht nach einer Impfung einige Zeit, um den vollen Schutz aufzubauen. Wer also erst mitten in der Erkaeltungswelle reagiert, ist oft schon zu spaet dran. Deshalb moechte ich heute in Ruhe zusammenfassen, was die Staendige Impfkommission, kurz STIKO, fuer den Herbst 2026 empfiehlt.
Die Corona-Impfung im Herbst
Beginnen wir mit dem Thema, das uns seit Jahren begleitet, der Corona-Impfung. Die STIKO empfiehlt weiterhin Personen mit entsprechender Indikation eine jaehrliche Auffrischung im Spaetsommer oder Fruehherbst, und zwar mit den zugelassenen Impfstoffen. Dabei stehen sowohl die bekannten mRNA-Impfstoffe als auch proteinbasierte Alternativen zur Verfuegung.
Wichtig zu wissen ist, dass die Impfstoffe regelmaessig an das aktuelle Virusgeschehen angepasst werden. Fuer die Saison 2026/2027 empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation eine Anpassung an die Omikron-Subvariante mit der Bezeichnung LP.8.1. So soll sichergestellt werden, dass der Schutz moeglichst gut zu den derzeit zirkulierenden Varianten passt.
Ich betone dabei immer, dass diese Impfung sich vor allem an bestimmte Gruppen richtet und nicht pauschal an jeden. Gemeint sind insbesondere aeltere Menschen und Personen mit gesundheitlichen Vorerkrankungen, fuer die eine Corona-Infektion ein deutlich hoeheres Risiko darstellt. Ein Gespraech mit der Hausarztpraxis hilft, die eigene Situation richtig einzuschaetzen.
Neues bei der Grippeimpfung
Kommen wir zur klassischen Grippeimpfung, bei der es fuer den Herbst 2026 eine bemerkenswerte Neuerung gibt, die mich als Beobachterin aufhorchen liess. Die jaehrliche Impfung wird naemlich nun ausdruecklich auch fuer Menschen empfohlen, die regelmaessig engen Kontakt zu bestimmten Tieren haben, sei es beruflich oder im privaten Umfeld.
Konkret geht es dabei um den engen Kontakt zu Schweinen, Gefluegel, Wildvoegeln, Robben und anderen Tieren. Der Hintergrund dieser Erweiterung ist die weltweite Ausbreitung verschiedener Vogelgrippe-Subtypen. Man moechte damit das Risiko verringern, dass sich menschliche und tierische Grippeviren vermischen und gefaehrliche neue Varianten entstehen koennten.
Ich finde diese Anpassung sehr aufschlussreich, weil sie zeigt, wie eng Tier- und Menschengesundheit miteinander verbunden sind. Fuer alle anderen bleibt die Empfehlung wie gewohnt bestehen, insbesondere fuer aeltere Menschen, chronisch Kranke, Schwangere und medizinisches Personal, fuer die eine Grippewelle jedes Jahr aufs Neue eine ernste Belastung sein kann.
RSV rueckt staerker in den Fokus

Das dritte grosse Thema ist eines, das in der oeffentlichen Wahrnehmung lange im Schatten stand, inzwischen aber zu Recht mehr Aufmerksamkeit bekommt: das RS-Virus. Die einmalige RSV-Impfung wird mittlerweile als Standardimpfung fuer alle Menschen ab 75 Jahren empfohlen, was die Bedeutung dieser Erkrankung im Alter unterstreicht.
Darueber hinaus gilt die Empfehlung als sogenannte Indikationsimpfung auch fuer Personen zwischen 60 und 74 Jahren, sofern sie eine relevant beeintraechtigende Grunderkrankung haben, sowie fuer Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen. Gerade diese Gruppen sind bei einer Infektion besonders gefaehrdet, weshalb ich die gezielte Ansprache fuer sehr sinnvoll halte.
Eine praktische Entwicklung freut mich dabei besonders: Der Gemeinsame Bundesausschuss hat die Schutzimpfungs-Richtlinie angepasst, sodass die RSV-Impfung fuer die aeltere Zielgruppe zur Kassenleistung wird. Damit faellt fuer viele Menschen die Kostenhuerde weg, was die Impfung deutlich zugaenglicher macht.
Zum Timing gebe ich einen klaren Rat: Die RSV-Impfung sollte moeglichst vor Beginn der RSV-Saison erfolgen, die ueblicherweise von Oktober bis Maerz reicht. Mein Fazit fuer diesen Herbst lautet daher, nutzen Sie den Spaetsommer fuer ein Gespraech in Ihrer Arztpraxis, klaeren Sie Ihren persoenlichen Bedarf und gehen Sie gut geschuetzt in die kalte Jahreszeit.






